Endlich Ende der Kreidezeit (IMHO)

Arne Ulbricht beschreibt, dass er nichts mit den ActiveBoards anfangen kann. (vgl. [1]) Seine Begründungen sind nicht neu. Es ist möglich, dass diese Darstellungen auf seine Schule zutreffen. Sie reichen für eine allgemeine Verurteilung dieser Technik nicht aus und sind in diesem Kontext falsch:

  • ActiveBoards lassen sich nicht aufklappen: wie einige Kommentatoren ebenfalls anführten, gibt es diese Tafeln ebenso mit Flügeln, um Schülerinnen und Schüler hinter diese etwas schreiben zu lassen. An meiner Schule haben wir solche Tafeln. Rein technisch könnte man Schülerinnen und Schüler diese Aufgaben auf einem Smartphone oder Tablet fertigen lassen und zu gegebener Zeit, diese an das ActiveBoard zu übertragen.
  • Zeitgleiches Schreiben ist nicht möglich: in der Regel unterstützt die Software, die zu den ActiveBoards mitgeliefert wird, ein zeitgleiches Schreiben von mehreren "Händen" und "Fingern".
  • die Handschrift wird in eine Einheitsschrift umgewandelt: dies trifft bei keiner Tafel zu, die ich bisher kennengelernt habe. Im schlimmsten Fall ist das Display "pixelig", was sich auf die Schrift überträgt. Ansonsten bleibt eine Handschrift eine Handschrift.
  • eine Schiefertafel geht nie kaputt, die Technik eines ActiveBoards schon: es ist korrekt, dass ActiveBoards mehr Pflege bedürfen und bei einem Ausfall im besten Fall die Hälfte der Tafel nicht zu gebrauchen ist. Die Behauptung, dass eine Schiefertafel nie defekt werden kann, ist sehr weit hergeholt, denn dies lässt sich leicht durch eigene Erfahrung wiederlegen.
Ich persönlich sehe das Positive an dieser Technik:
  • bei Schiefertafel habe ich oft Kreide an der Kleidung. Meine Hände sind grundsätzlich mit Kreide verdreckt.
  • Das Tafelbild kann man nicht speichern. Die Abschrift ist unzulänglich, da sich ein Tafelbild nicht 1:1 auf ein DIN A4-Blatt übertragen lässt.
  • zu Hause kann ich ein Tafelbild vorbereiten und "genau" an das ActiveBoard übermitteln.
Trotz der Vorteile bevorzuge ich die Kombination Whiteboard (nicht ActiveBoard) mit Beamer, denn dies hat folgende entscheidende Vorteile:
  • ich kann meine eigene Technik mitbringen.
  • ich kann auf die Technik verzichten, wenn ich es für nötig erachte.
In der Zusammenfassung wirken die Argumente von Ulbricht vorgeschoben, um sich nicht mit der Technik auseinandersetzen zu müssen. Dabei ist es evident, dass die Digitalisierung Einzug in den Unterricht nehmen muss. Nicht nur aus dem Grund, wie eine Metastudie der TU München (vgl. [2]) zeigt, weil die Digitalisierung den Unterricht verbessert, sondern sie ist in der Welt. Sie ist Alltag.

Können wir diese Grabenkriege beenden, um uns endlich der Weiterentwicklung des Unterrichtes zu widmen. Daher beendet die Kreidezeit.

Quellen
[1] http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/lehrergestaendnis-digitale-schule-lasst-uns-die-tafeln-a-1243293.html
[2] https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/digitale-medien-nutzen-schueler-100.html

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