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Vom Teufel geritten... (IMHO)

Seit kurzem bin ich Mitglied der Twitter-Gemeinde. Verschiedene Beweggründe brachten mich dorthin:
  • eine neue Plattform für meine Artikel zu finden, da Google+ abgeschaltet wird,
  • mich mit anderen Kolleginnen und Kollegen zum Thema Digitalisierung der Bildung austauschen.
  • mich über den "Geist" der Zeit zu informieren.
Diese Punkte erfüllten sich in mehrfacher Hinsicht, so dass daraus ein wesentlicher Aspekt entstand, den ich nicht im Blick hatte: neue Erkenntnisse zu gewinnen.

In erster Linie verdanke ich dieser Gemeinde, die Entdeckung neuer Lernprogramme und Konzepte. Auf diese Weise erlebe ich gerade einen wahnsinnigen Sprung in Richtung Digitalisierung meines Unterrichtes.

Dennoch gibt es eine Sache, die mich in dieser Gemeinde wiederum ärgert und an meine Zeit im Referendariat erinnert: die pauschale Verdammung und Verteufelung von Methoden und Medien. Kaum entdeckte ich eine neue Möglichkeit, meinen Unterricht zu bereichern, musste ich bei meinen weiteren Recherchen lesen, dieses sei Frontalunterricht und sowieso nicht schülerorientiert und zu sehr lehrerzentriert.

Es ist kein Geheimnis, dass ich die These vertrete, dass es den nicht-lehrerzentrierten Unterricht gar nicht gibt und dass ein Frontalunterricht durchaus seine Berechtigung haben kann. (vgl. [1], [2]) Ebenfalls vertrete ich die Meinung, dass Methoden nicht von sich aus schlecht sind. Es ist immer zuvor zu analysieren, inwiefern diese Methode sinnvoll für den Unterrichtsverlauf ist. Daher prüfe ich, ob ein Tool, ein Programm oder eine App sinnvoll in einem Unterricht eingesetzt werden kann, unabhängig davon, ob ich damit ein Dogma der Pädagogik breche oder gegen eine pädagogische Dorfsau renne.

Somit griff ich zielsicher nach dem Teufelszeug:
  • padlet (vgl. [8], [9])
  • tutory.de
  • GeoGebra
  • Quizlet (vgl. [7])
  • kahoot (vgl. [3])
  • plickers (vgl.[3])
  • genial.ly (vgl. [7])
  • Youtube (vgl. [5], [6], [8], [9])
  • Google Sites (vgl. [5])
  • Google Forms (vgl. [4], [5])
  • Microsoft Forms (vgl. [4], [5])
  • Google Docs (vgl. [9])
  • Microsoft PowerPoint (vgl. [9])
Um daraus einen schülerorientierten Unterricht zusammenzustellen, der das eigenständige Lernen fördern soll. Aus dem Einsatz leitete oder leite ich meine eigenen Erfahrungen ab. (vgl. [3], [5], [6])

Jeder der oben genannten Tools wurde auf irgendeine Weise mit dem bösen Begriff "Frontalunterricht" in Verbindung gebracht oder auf andere Weise mies geredet. Meine Erfahrung zeigte mir, dass diese Haltung selten Substanz besitzt, d.h. der praktischen Überprüfung nicht stand hält.

Aufgrund von Umbauarbeiten in meiner Schule, stand nicht die vollständige Technik zur Verfügung, so dass ich meine digitalen Ambitionen in den letzten Monaten nicht gänzlich ausleben konnte. Dies hat sich mittlerweile geändert, so dass ich neue "Projekte" (vgl. [7], [8], [9])  am Laufen habe, die sich aufgrund der Einblicke ins twitterlehrerzimmer entwickelt haben. Über die Erfahrungen zu den Projekten werde ich berichten, um darzulegen, ob ich wirklich vom Teufel geritten wurde, dieses Zeug zu nutzen oder Engel mich beflügelt haben, einen offenen Unterricht zu gestalten.

Trotz meiner Anmerkung danke ich dem #twitterlehrerzimmer für viele Ideen, Ambitionen und Einblicke in neue Sichtweisen.

(Update 24.02.19: Dritten Absatz zweiten Satz angepasst)

Quelle

Kommentare

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In meinem letzten Artikel [vgl. 1] schrieb ich, dass ich der Twitter-Gemeinde viele Ideen und Anregungen verdanke, die meine Unterrichtsgestaltung bereichert haben. Dennoch gibt es einen Umstand, der selbst vor modernen Pädagoginnen und Pädagogen nicht Halt macht:

Ohne eine nähere Definition zu pauschalisieren.
In Bezug auf die Nutzung von digitalen Werkzeugen für den Unterricht erkenne ich Parallelen hinsichtlich des Begriffes „Lehrerzentriert“ [vgl. 2].

Herr Kaube, was soll das? (IMHO)

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Vorneweg Digital unterrichten ist für mich lebenlanges Lernen. Ich sehe mich daher immer am Anfang meiner digitalen Entwicklung. Ein ständiger Beta-Status. Zwar beanspruche ich für mich seit längerem das eigenständige Lernen (gezielt formuliert vor rund drei Jahren vgl. [1]), dennoch erst seit diesem Halbjahr habe ich das Gefühl via Digitalisierung einen „Durchbruch“ zu erzielen, sprich es formt sich langsam ein Konzept (dank Twitterlehrerzimmer). Dieses Konzept habe ich für mich in dem „Dreischritt“ zusammenfasst: Sammeln, Üben und Zusammenführen.